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Kinder und Bäume haben viel gemeinsam, sie brauchen Licht, Luft, Raum und ein Umfeld das liebevoll für sie sorgt! (Marcel Proust)

 

Es ist noch längst nicht „ normal“ so mit Kindern zu leben wie wir das tun. Oder ist es „nicht mehr“ normal?
In unserer heutigen Zeit ist es „normal“ dass unsere Kinder zur Kita gehen. Im Durchschnitt ab 2 Jahren, seltener ab 3 Jahren und immer mehr bereits früher zur Tagesmutter. (Wobei mir schon das Wort Tagesmutter nicht gefällt) Die Gründe dafür sind in der Regel immer die gleichen, so müssen einige wieder zurück in den Beruf da sie sonst finanziell nicht zurechtkommen (wollen) und andere wollen sogar wieder zurück in das Berufsleben. Es fehlt hier an Anerkennung für das was man macht oder es fehlt der Kontakt zu anderen „Erwachsenen“.
Andere glauben dass Ihre Kinder nur in einem Kindergarten gesunden sozialen Umgang erlernen können und nur dort pädagogisch wertvoll gefördert werden. Was auch immer die Gründe sind, ich möchte Euch heute erzählen warum meine Kinder nicht in den Kindergarten gehen.

Warum Kindergartenfrei?

Die Frage ist, warum nicht?
Warum soll ich mein Kind in fremde Hände geben?
Warum sollen andere Menschen mehr Zeit mit meinem Kind verbringen als ich als Mama?
Die bessere Frage wäre: Warum in den Kindergarten?

Die ersten drei Jahre unserer Kinder sind die wichtigsten, das ist inzwischen (wieder) bekannt. In dieser Zeit ist besonders die Bindung zu Mama und Papa sehr wichtig. Wir sind der Mittelpunkt für diesen kleinen Menschen. In diesen ersten drei Jahren sollten Kinder in der Nähe der Menschen sein die sie bedingungslos lieben und so nehmen wie sie sind. In Kindergärten ist dies kaum möglich, eine intensive Betreuung eines einzelnen Kindes geht überhaupt nicht. Die Erzieher sind meist unterbesetzt, gestresst und haben gar nicht die Möglichkeiten auf die Kinder, vor allem auf die kleineren Kinder einzugehen. Es findet daher nur wenig bis keine, aber definitiv ZU WENIG Kommunikation statt.
Die festen Tagesstrukturen im Kindergarten geben den Kindern kaum Raum sich zu entfalten, so wird ein Spiel unterbrochen da es Zeit zum Mittagessen ist oder für die Turnstunde. Die Kinder können nur zu bestimmten Zeiten nach draußen und sollen dann auch zu einer festen Zeit wieder rein kommen. Dazu kommt ein hoher Lärmpegel in den Räumlichkeiten und kaum Rückzugsmöglichkeiten. Natürlich gilt das auch für die größeren Kinder.

Hier ein kurzer Auszug aus „Die heiligen ersten drei Jahre“ von Bernd Kalwitz:
Nie wieder geschieht im Leben eines Menschen so viel Entscheidendes für seine weitere Entwicklung wie in seinen ersten drei Lebensjahren. Zu keiner anderen Zeit durchlebt er solch grundlegende Verwandlungen, solch tief greifende innere Umwälzungen wie zwischen dem ersten Atemzug und dem ersten Mal, dass er sich selbst bewusst als Ich wahrnimmt. Und nie wieder lernt ein Mensch so viel, wie in diesen Jahren, an die er sich jedoch niemals erinnern kann. 

Ich gehe aber noch weiter und sage, das die ersten fünf Lebensjahre eines Kindes für die körperliche und seelische Gesundheit wichtig sind. Denn das gelernte in den ersten drei Jahren wird in den Jahren darauf nochmal vertieft, und auch nochmal in Frage gestellt. Kinder probieren sich in dieser Zeit gern aus und entdecken neue Grenzen für sich und andere. Auch in dieser Zeit sind die wichtigsten Begleiter wir Eltern. Wir haben das Geschenk bekommen diesen Menschen ins Leben zu begleiten, und das nicht nur bei der Geburt sondern auch in den ersten Lebensjahren in denen ein Kind einfach alles grundlegende für das Leben lernt und mitnimmt. Nie wieder werden wir daran so teilhaben können wie in den ersten fünf Jahren. Und wenn Du nun denkst „Fünf Jahre… ich soll fünf Jahre zu Hause sein und nur die Kinder und den Haushalt um mich haben?“ dann möchte ich Dir mit auf den Weg geben das sich fünf Jahre für den Moment nach einer sehr langen Zeit anhören, aber fünf Jahre Rückwirkend gesehen sind rein gar nichts wenn es um unsere Kinder geht.

Wie sieht unser Alltag aus?

Unser Alltag ist ganz normal (in der Regel 😉 ). Die Kinder erleben mit mir gemeinsam alles Alltägliche. Wir kaufen gemeinsam ein, waschen die Wäsche gemeinsam und kochen. Am Nachmittag sind wir gern draußen in der Natur oder spielen gemeinsam und mit befreundeten Familien und deren Kindern. Dabei gibt es für meine Kinder keine zeitlichen Grenzen und kein „Ende“. Sie können Ihr Spiel allein beenden und entscheiden gemeinsam mit mir was sie gern tun möchten. Sie lernen durch unseren Alltag. Vor allem aber verbringen sie Zeit mit der Person die für Sie das wichtigste ist, mit ihrer Mama. Und ich darf sie dabei unterstützen zu Sein wer sie sind, darf sie  lieben wie sie sind und für sie da sein. Den ganzen Tag, jeden Tag. Ich glaube eins der wichtigsten Dinge die man für sein Kind haben sollte ist Zeit. Und die nehme ich mir. ( und nicht nur an den vollgestopften Wochenenden oder am späten Nachmittag nach der Kita wenn mein Kind müde ist)

Ich sage nicht dass mein Alltag immer leicht ist. Wir stehen auch oft vor Herausforderungen, manchmal bin ich genervt oder krank und natürlich wäre dann etwas Auszeit toll. Aber diese kann ich mir dann auch nehmen indem ich kreativ nach anderen Möglichkeiten Ausschau halte. Entweder unternimmt dann der Papa mal was gemeinsam und allein mit dem Nachwuchs oder eine Nachbarin belgeitet das Spielen im Garten. Einen Weg gibt es immer.

Aber dann kann ich ja nicht mehr arbeiten gehen?

Ja und nein. Natürlich bin ich nicht Vollzeit berufstätig, (obwohl ich Vollzeit Mami bin) aber auch hier lassen sich mit etwas Kreativität Wege finden. Wir bringen, zum Beispiel, morgens gemeinsam die Pferde aus dem Reitverein auf die Wiesen. Das machen wir alle zusammen oder die Kinder können dort in der Zeit im Sandkasten oder der Reithalle spielen. Am Abend übernimmt der Papa für eine Stunde die Kinder und so kann ich noch etwas am Blog oder an neuen Artikeln arbeiten. Vor unserem Umzug hierher habe ich am Abend nachdem mein Mann zu Hause war noch für 2 Stunden auswärts gearbeitet. Das funktionierte auch ganz prima. Mit etwas Kreativität findet sich auch hier ein Weg.
Ich habe dadurch kein Einkommen wie ich es bei einem Vollzeitjob hätte, aber ich bin überglücklich. Ich kann meine Kinder jeden Tag selbst erleben, mit Ihnen Zeit verbringen und sie in allem begleiten. Und für mich ist das weitaus wertvoller als das Geld auf meinem Konto.

Vor kurzem habe ich irgendwo gehört oder gelesen (leider weiß ich nicht mehr genau wo) dass wenn man sich für Kinder entscheidet, man sich für ein anderes Leben entscheidet. Ich finde diese Aussage treffend und faszinierend. Ich hätte es nicht besser formulieren können. Wenn man sich für Kinder entscheidet, dann doch auch für ein Leben mit Ihnen. Und dieser kurze Zeitrahmen der uns gegeben ist in denen wir sie begleiten und bestärken dürfen sollte uns so viel mehr wert sein als eine Fremdbetreuung oder das Geld auf unserem Konto. Die Zeit die wir mit unseren kleinen Geschenken verbringen dürfen kann uns keiner mehr nehmen.

Und jetzt habe ich für Euch noch ganz passend ein wunderbares Lied *klick*

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Es grüßt Dich ganz lieb
Sarah

Autorin: Sarah

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