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Aus Angst, das Falsche zu tun, tun viele gar nichts und genau das ist das Falsche

Zu meinem letzten Artikel haben mich einige persönliche Nachrichten erreicht, alle durchweg positiv, aber auch mit vielen Fragen.

Auf einige dieser Fragen möchte ich hier heute gern eingehen und vor allem aber möchte ich heute die Ängste beiseite räumen, die in vielen fest verankert sind, wenn es um das Thema „Schulfrei“ geht.  Bei vielen scheint allein der erste Gedanke daran, es sei nicht richtig, sein(e) Kind(er) in eine Schule zu schicken, zu reichen, um sich als „unnormal“, „falsch“ oder als „Helikoptermama“ vorzukommen. Denn Kinder müssen eben zur Schule und irgendwie werden sie es wohl schaffen. Schnell ist der erste Gedanke weg geschoben und bei vielen kommt er auch gar nicht mehr wieder. Bei anderen aber, die täglich mit Problemen mit den Kindern in Zusammenhang mit der Schule haben, kommt dieser Gedanke wieder. Manchmal wird er sogar stärker und so gibt es inzwischen bereits mehrere Gruppen von Menschen, die sich gegen die Schulpflicht in Deutschland wehren und die sich für eine freie Wahl für oder gegen die Schule einsetzen. Tina hat diese hier zusammengefasst.

Hier sind einige Eurer Fragen:

Was machen Deine Kinder dann ohne Zeugnis?
Ich glaube nicht, dass meine Kinder Probleme damit haben werden, ohne Zeugnis zu leben. Vielmehr erlebe ich sogar, wie unwichtig ein solches geworden ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, meine Zeugnisse aus Grundschule oder weiterführende Schule je gebraucht zu haben. Ein Abschlusszeugnis wird, wenn überhaupt, irgendwann vielleicht mal benötigt. Aber einen Abschluss kann man auch jederzeit nachholen. Das geht heutzutage sogar online per Fernschule. Dies muss nicht im Zusammenhang mit einer Schule sein und schon gar nicht mit einer „Schulbildung“ über 12 Jahre.

Was machst Du, wenn Deine Kinder zur Schule gehen wollen?
Dann dürfen sie dies gern tun. Wenn meine Kinder, oder eins meiner Kinder, entscheiden/entscheidet zur Schule gehen zu wollen, dann wird es dabei meine Unterstützung genau so erhalten, wie für den Fall, dass mein Kind eben nicht zur Schule gehen möchte. Wir begleiten unsere Kinder in dem, was sie möchten.

Sollen Deine Kinder auf eine weiterführende Schule gehen?
Nein. Geplant ist dies nicht.

Wie sollen sich Kinder später ins (Schul-)System einfinden?
Gar nicht. Ich denke, dass kein Mensch dafür geschaffen ist, in ein System zu gehören, das von Menschen kreiert wurde. Ich wünsche mir für mich und für meine Kinder, dass sie die eigenständigen und selbstdenkenden Menschen bleiben, die sie sind.

Wie bekommen Deine Kinder die Bildung, die sie benötigen?
Kinder bilden sich im Prinzip von ganz allein. Kinder sind neugierig, wissbegierig und immer auf ein Abenteuer aus. Wenn wir als Eltern bereit sind, Tür und Tor der Welt für unsere Kinder zu öffnen und mit ihnen gemeinsam lernen, denke ich, dass jedes Kind genau das lernt, was es benötigt. Dabei gibt es bei meinen drei Kindern drei Wege. Jedes Kind hat seine eigenen Stärken und Interessen. Manchmal bin ich sogar selbst erstaunt darüber, was wir alles lernen und wie viel ich eigentlich gar nicht weiß. Man muss kein Lehrer, Pädagoge oder Professor sein, um sein Kind zu bilden. Man sollte nur offen sein für die Interessen seines Kindes und dann gemeinsam und begleitend diesen Interessen nachgehen.   

Wie umgeht ihr die Schulpflicht?
Gar nicht. Im Moment ist mein Sohn, aufgrund eines Unfalls, krank geschrieben. Wie es danach weiter geht (vermutlich nach den Osterferien), wissen wir noch nicht.
Meine Tochter soll zurück gestellt werden. Noch wissen wir nicht, ob unserem Antrag zugestimmt wird. Allerdings steht für uns fest, dass sie dann trotzdem nicht eingeschult wird und wir offiziell die Schule verweigern werden.

Könnt ihr dauerhaft in Deutschland leben, wenn ihr die Schule verweigert?

Ja und Nein. Es gibt einige Familien, die offiziell Schulfrei in Deutschland leben. Aber soweit ich weiß sind, dies nicht viele. Natürlich streben wir ein schulfreies Leben in Deutschland an, sind aber auch bereit, zum Wohle unserer Kinder, auszuwandern.

Was wird aus Deinen Kinder später mal wenn sie keine Schule besucht haben?
Eine einfache Frage. Meine Kinder SIND bereits. Das wunderbare an Schulfrei ist, dass meine Kinder auch bleiben, was sie jetzt und seit ihrer Geburt bereits sind.

Seid ihr aus religiösen Gründen gegen die Schulpflicht?
Nein. Obwohl wir „Christen“ (eigentlich auch falsch, „wir glauben“ wäre richtig) sind, lehnen wir die Schule nicht wegen unseres  christlichen Glaubens ab. Wir leben auch kein strenges „vor dem Essen beten“ oder religiöses „jeden Sonntag gehen wir in einen Gottesdienst“ Leben. Ganz im Gegenteil. Dass wir Christen sind, fällt vielen überhaupt nicht auf. Im Bekanntenkreis wissen es sogar die wenigsten. Und sogar im Freundeskreis wissen es einige nicht. Denn wir leben unseren Glauben aus dem Herzen. Wir drängen diesen auch unseren Kindern nicht auf, sondern sind für alles andere offen und begleiten unsere Kinder beim Entdecken anderer Religionen oder Kulturen. Unsere Kinder dürfen und sollen einen Glauben oder nicht Glauben ganz von allein erfahren oder entscheiden.
Die Schulpflicht lehnen wir ab, weil wir mit der „Pflicht“, in die man unsere Kinder nehmen will, nicht einverstanden sind. Wir sind nicht damit einverstanden, dass unsere Kinder zu etwas gezwungen werden, dass sie nicht wollen.

Habt Ihr keine Angst vor den Konsequenzen des Schulverweigerns?
Nein. Die Frage ist doch, was kann uns denn im schlimmsten Fall passieren?
Denn wenn meine Kinder die Schule verweigern, dann ist dies eine Ordnungswidrigkeit. Das bedeutet, dass wir im schlimmsten Fall erstmal ein Schreiben vom Ordnungsamt bekommen. Meist geht es dabei um ein Ordnungsgeld. Das Jugendamt würde die Informationen zur Schulverweigerung bekommen und uns vermutlich einen Besuch abstatten. Da keine Kindeswohlgefährdung vorliegt, wird das Jugendamt erst einmal nichts weiter unternehmen. Alles, was danach passieren könnte, wissen wir noch gar nicht. Aber wir wissen jetzt bereits eins: Wir sind nicht allein. Es gibt viele wie uns und wir sind gut vernetzt.

Angst vor der Angst zu haben oder Angst vor der Zukunft zu haben ist für uns keine Option.

Wenn Du noch mehr Fragen an mich hast, dann hinterlasse mir gern einen Kommentar oder schreib mir per E-Mail.  Ich freue mich darauf.

Alles Liebe,
Sarah

Autorin: Sarah

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